Live. Magazine

Liebe Leserin, lieber Leser

Seit über einem halben Jahrhundert arbeiten Novartis und ihre Vorgängerunternehmen an innovativen Modellen, um den Zugang zu Gesundheitsfürsorge und Medikamenten für unterversorgte Patienten zu verbessern.

Bereits in den 1950er-Jahren legte unser Vorgängerunternehmen J.R. Geigy den Grundstein für diese öffentlichen und sozialen Aktivitäten. Ausgehend von bescheidenen Anfängen, die sich auf eine kleine Malaria-Forschungs- und -Behandlungsstation in Tansania beschränkten, haben wir seither zahlreiche lokale und globale Zugangsprogramme auf den Weg gebracht, die für Millionen von Patienten weltweit entscheidend waren.

Zu den bedeutendsten Projekten zählen unsere Bemühungen um die Ausrottung von Malaria, Lepra und Sichelzellanämie, wo wir zudem Zeit und Geld in die Entwicklung neuer Therapien investieren. Bei Malaria testen wir beispielsweise einen neuartigen Wirkstoff, der bei der Bekämpfung wachsender Resistenzen gegen bestehende Therapien helfen könnte. Im Bereich der Sichelzellkrankheit arbeiten wir mit der Bill & Melinda Gates Stiftung zusammen, um gemeinsam mit lokalen Partnern in Afrika eine In-vivo-Gentherapie zu entwickeln.

Die meiste Zeit konzentrierten wir uns auf Länder mit niedrigem und mittlerem Einkommen in Afrika, Asien und Lateinamerika. Der Schwerpunkt lag auf der Bereitstellung von grundlegenden Medikamenten sowohl für Infektions- als auch für chronische Erkrankungen. Im Lauf der Zeit testeten wir zudem ganzheitlichere Ansätze, die unter anderem die Stärkung der Gesundheitssysteme durch Patientenaufklärung und Vorsorgeunter­suchungen umfassten.

Es dauerte eine Weile, bis wir begriffen, dass unterversorgte Patientenpopulationen auch in Industrieländern unsere Unterstützung brauchen. Mit dieser anfänglichen Voreingenommenheit waren wir nicht allein. Als Nobelpreisträger Mohammad Yunus Anfang der 2000er-Jahre in die USA eingeladen wurde, um sein soziales Geschäftsmodell vorzustellen, herrschte Unsicherheit darüber, wer am meisten von seiner Mikrofinanz-Idee profitieren würde. Niemand wollte wirklich zugeben, dass es auch in den USA stark unterversorgte Gemeinden gab.

Das hat sich jedoch geändert. Die medizinische Fachwelt, Ökonomen und eine wachsende Zahl von Politikern und Geschäftsleuten haben inzwischen erkannt, dass strukturelle Mängel Millionen von Amerikanerinnen und Amerikanern betreffen und ihnen wirtschaftliche Chancen und eine grundlegende Gesundheitsfürsorge verwehren. Viele von ihnen gehören Minderheitengruppen an, aber nicht nur.

Vor diesem Hintergrund hat Novartis in den USA eine Reihe von Projekten ins Leben gerufen, die sich auf lokale Bemühungen zur Schliessung dieser Lücken konzentrieren. «Beacon of Hope» ist eines von ihnen und zielt darauf ab, Ungleichheiten in den Bereichen Gesundheit und Bildung anzugehen und ein gerechteres Ökosystem für Forschung und Entwicklung zu schaffen. In einem anderen Projekt arbeiten wir mit dem Rush University Medical Center zusammen, um ein Outreach-Programm in Chicago zu unterstützen.

Bridgette Heller: Mitglied des Verwaltungsrats von Novartis

Bridgette Heller

Mitglied des Verwaltungsrats von Novartis

Als Verwaltungsratsmitglied von Novartis bin ich überaus stolz auf die Arbeit, die unser Unternehmen für den Zugang zu Medikamenten leistet. Dies stellt für mich eine grosse Motivation dar. Besonders begeistert bin ich von der Arbeit, die wir im Dienste marginalisierter Gemeinschaften in den Vereinigten Staaten leisten – sowohl bei «Beacon of Hope» als auch bei «Engage with Heart». Beide Projekte streben meiner Ansicht nach Veränderungen an, indem man den führenden Persönlichkeiten der Gemeinden zuhört und mit ihnen zusammenarbeitet, anstatt Lösungen von aussen zu verordnen. Dies ist der beste Weg, um Vertrauen aufzubauen und nachhaltige, auf Aufklärung basierende Verhaltensänderungen zu fördern.

Als Mitbegründerin der Shirley Proctor Puller Foundation setzt mein Engagement im Kampf gegen die Bildungsungerechtigkeit unter benachteiligten Jugendlichen im Alter von 5 bis 15 Jahren auch auf das Zuhören, den Aufbau vertrauensvoller Gemeinschaftsbeziehungen und eine nachhaltige Präsenz. Wir sind davon überzeugt, dass diese Arbeit das Leben der Menschen verbessern wird, einschliesslich besserer Arbeitsplätze und besserer Gesundheit. Meiner Ansicht nach ist es praktisch unmöglich, wirtschaftliche und gesundheitliche Ungleichheiten zu beseitigen, ohne die Bildung der Menschen zu stärken.

Novartis lancierte «Engage with Heart» gemeinsam mit der Global Coalition on Aging zum Aufbau eines ganzheitlichen Ökosystems für die Gesundheitsfürsorge. Durch die Zusammenarbeit mit Kirchen der schwarzen Community, Gemeindezentren, Urban Farmers und professionellem Krankenpflegepersonal von Johns Hopkins kann das Projekt nicht nur zur Verbesserung der Herzgesundheit in Baltimore beitragen, sondern auch als Modell für andere Städte in den USA und anderswo dienen.

Wie diese Ausgabe von live zeigt, hängen diese Bemühungen weitgehend von der Fähigkeit aller Partner ab, Vertrauen aufzubauen und ein Umfeld zu schaffen, in dem jeder Partner seine Stimme einbringen kann. Auch hier spielt Bildung eine zentrale Rolle. Denn die Veränderungen, die «Engage with Heart» anvisiert, zielen nicht nur darauf ab, die Menschen darüber aufzuklären, was getan werden muss, um die Herzgesundheit zu verbessern. Es sollen auch Verhaltensänderungen herbeigeführt werden, die langfristig und nachhaltig wirken. Bildung ist die Grundlage dafür.

Als führendes wissenschaftsbasiertes Pharmaunternehmen, das innovative Medikamente erforschen und entwickeln will, muss Novartis sich auch Gedanken dazu machen, wie ihre Medikamente die Patienten am effektivsten erreichen. Manchmal sind die Hürden finanzieller Natur, manchmal ist es das Vertrauen, das die Menschen davon abhält, die besten Behandlungsformen in Anspruch zu nehmen. Um diese Barrieren zu überwinden, müssen wir über den Tellerrand hinausdenken, aber auch andere einbeziehen, etwa wenn es um die Entwicklung innovativer Zugangsprogramme geht, die integrativ sind und zu einer gerechteren Gesundheitsfürsorge beitragen. «Engage with Heart» tut genau das.

Bridgette Heller
Mitglied des Verwaltungsrats von Novartis