Live. Magazine

Travels in medicine
Afrika im Herzen.
Ein Leben im Dienst der öffentlichen
Gesundheit
Marcel Tanners Faszination für die Natur erwachte währender seiner Kindheit in der Schweiz beim Wandern an der Seite seines Grossvaters, eines sachkundigen Landwirts, Lokalpolitikers und erfahrenen Jägers. Diese frühen Erfahrungen trugen nicht nur dazu bei, eine tiefe Verbundenheit mit der Natur herzustellen, sondern entfachten auch seine lebenslange Leidenschaft für Wissenschaft und Gesundheitsfürsorge.
Text von Goran Mijuk, Fotos von Adriano A. Biondo.
Dass Marcel Tanner zu Beginn seiner beruflichen Laufbahn im Baselbiet, wo seine Mutter zu Hause war, ein Geschäft für Uhrenteile hätte führen sollen, überraschte mich sichtlich. Ich sass dem energiegeladenen 71-jährigen Mann, einer Koryphäe im Bereich der öffentlichen Gesundheit, in einem Besprechungsraum des neu eröffneten Hauptsitzes des Schweizerischen Tropen- und Public Health-Instituts gegenüber, einer Institution, die er über 30 Jahre lang geprägt hat.
Rund ein Dutzend Fragen hatte ich vorbereitet und sie ihm im Vorfeld zugesandt, erwartete also eine lebhafte Fragerunde, als Tanner, den ich von seiner Arbeit für das Novartis Pavillon Advisory Board näher kennengelernt hatte, tief durchatmete und zu erzählen begann – fast ohne Punkt und Komma.
Über eine Stunde hörte er nicht auf, zu sprechen. Er schilderte mir seine Lebensgeschichte, in der er nicht nur alle Fragen beantwortete, die mich interessierten. Vielmehr verwebte er seine Erzählung zu einem Bildteppich, der einem reichen Flussdelta mit unzähligen Seitenarmen, geheimnisvollen Unterwassertunneln und kleinen, üppig bewachsenen Inseln glich.
Es war die Erzählung eines Menschen, der es gewohnt ist, vor Publikum zu sprechen, und dessen privates und öffentliches Leben sich zu einem soliden Block echter Authentizität zusammenfügt, angetrieben von der Fürsorge für Patienten und der Liebe zu den Menschen sowie einer unstillbaren Neugierde auf das, was die Welt zusammenhält. Und nicht zu vergessen: etwas zu unternehmen und die Welt zu verändern.
Frühe Reisen
Als junger Mann, so erzählt er mir, wurde er von seiner Familie zu einem Ökonomiestudium gedrängt. Nach der Wirtschaftsmatur, so die Eltern, sollte ihr Sohn eine kleine Fabrik übernehmen, die einem seiner Onkel gehörte. Tanner, ein Einzelkind, fühlte sich jedoch von der Natur, von Reisen und Abenteuern angezogen, Dingen, die er auf dem Bauernhof seines Grossvaters zu schätzen gelernt hatte.
«Er hat mich immer aufs Feld mitgenommen. Wir pflückten Kirschen und machten lange Spaziergänge über die Felder und in den Wald. Er hatte immer seine Schrotflinte dabei, aber er schoss nie auf etwas, wenn ich ihn begleitete. Er hat mir jedoch immer gezeigt, wie alles funktioniert», sagt Tanner.
Nach der Schule reiste Tanner mit einem Freund aus Kindertagen nach Kanada und in die Vereinigten Staaten. Ihr erstes Ziel war eine Farm im Fraser Valley, wo sie drei Monate lang arbeiteten, um Geld für ihre weiteren Reisen zu verdienen. «Ich melkte Kühe, reparierte Zäune, pflügte stundenlang die Felder», erinnert sich Tanner. Später reiste er mit seinem Freund weiter nach Alaska, von dort bis hinunter nach Kalifornien und schliesslich an die Ostküste, nach New York, bevor sie wieder nach Hause zurückkehrten.
Währen der Reise hatte Tanner reichlich Zeit, über seine Zukunft nachzudenken. Sein Herz schwankte zwischen Medizin, Landwirtschaft und Biologie – ein Wirtschaftsstudium kam sowieso nicht mehr infrage. Die Lösung war schliesslich medizinische Biologie, ein Kompromiss, der seine vielfältigen Interessen vereinte. «Basel, sagte ich mir, hat ein ideales Umfeld, denn es gab Vorlesungen in medizinischer Biologie, die ich hören wollte», erzählt Tanner.
Wissenschaft mit Zweck
In seinem Kopf keimte eine Vision auf, die sich jedoch bald wieder verflüchtigte. «Ich sah mich in einem Labor arbeiten, vielleicht sogar bei einem der Pharmaunternehmen in Basel. Aber schon in der ersten Vorlesungsreihe lernte ich die Welt der Parasiten kennen, die mich nie wieder ganz losgelassen hat», so Tanner.
Zu seinen frühen Mentoren gehörten Professor Rudolf Geigy und Thierry Freyvogel, zwei Pioniere der Infektionsbiologie und des öffentlichen Gesundheitswesens in der Schweiz, die unter anderem die Grundlagen für das Schweizerische Tropen- und Public Health-Institut und die Novartis Stiftung schufen.
Geigys und Freyvogels Vorträge über Krankheitserreger und ihre komplexen Lebenszyklen im menschlichen Wirt zogen Tanner in ihren Bann. Hier entdeckte er eine rätselhafte und faszinierende Welt der biologischen Anpassung und Evolution. Die Herausforderung der öffentlichen Gesundheit wurde zu seinem Hauptanliegen, insbesondere die komplizierten Möglichkeiten, den Zyklus der Krankheit zu durchbrechen. «Das hat mich durch mein ganzes Studium begleitet», fügt Tanner hinzu. «Es war mir klar, dass ich etwas machen wollte, das mit Infektionsbiologie zu tun hat.»
Besonders reizte ihn das Basel Institut für Immunologie, ein 1969 gegründetes und von Roche finanziertes Institut, das im Laufe der Jahre drei Nobelpreisträger hervorbrachte: Georges J. F. Koehler, Niels K. Jerne und Susumu Tonegawa. «Mir gefielen die Vorlesungen und vor allem die Seminare am Basel Institut, wo man seinen Gedanken wirklich freien Lauf lassen und auf grundlegender Ebene forschen konnte», so Tanner.
Die Zeit am Institut, das im Jahr 2000 geschlossen wurde, hat seine Denk- und Arbeitsweise stark geprägt. Die besondere akademische Freiheit, die er dort erlebt hatte, wurde zu einer Art Richtschnur für seine spätere Tätigkeit am Schweizerischen Tropen- und Public Health-Institut.
Die Realitäten Afrikas sind schwer zu begreifen. Die Schönheit von Landschaft und Menschen steht im starken Kontrast zu den Herausforderungen des Alltags in Stadt und Land.

Afrika winkt
Afrika, wo er später seine Laufbahn als Feldforscher begründete, wurde für Marcel Tanner zu einer frühen Liebe. Sein Vater war fasziniert von der Entkolonialisierungsbewegung in Afrika und hatte viele Bücher darüber gelesen. Er nahm den jungen Marcel auch regelmässig mit ins berühmte Café Tropic in Basel, wo exotische Highlights wie lebende Schlangen zu sehen waren.
In den 1950er- und 1960er-Jahren, noch bevor das Fernsehen populär wurde, organisierte der Inhaber des Cafés, Paul Seiler, auch Foto- und Filmmatineen. «Paul Seiler unternahm zusammen mit seinem Kollegen Bolle Baumgartner diese langen Reisen durch Afrika und dokumentierte sie, oft mit einer schweren 16-Millimeter-Filmkamera. Eine dreimonatige Reise führte sie zum Viktoriasee. Eine der berühmtesten Reisen war jene von Angola nach Südafrika, auf der sie rund 50 000 Kilometer mit dem Auto zurücklegten», erinnert sich Tanner.
Aufgrund seines frühen Interesses an Afrika lag es für Tanner nahe, Mitte der 1970er-Jahre an das Schweizerische Tropeninstitut, wie es damals hiess, zu wechseln und seine Masterarbeit zum Thema Schlafkrankheit zu schreiben. Im Rahmen seiner Studien identifizierte er Antigen-Variationen in Trypanosomen, was sein erster bedeutender Beitrag auf diesem Gebiet und Thema seiner ersten wissenschaftlichen Arbeit war. Diese Entdeckung stellte nicht nur einen wissenschaftlichen Durchbruch, sondern auch einen persönlichen Triumph dar.
«Wenn man als junger Wissenschaftler zufällig eine so interessante Entdeckung macht, gibt einem das einen enormen Auftrieb. Und so war mir klar, dass ich weitermachen und promovieren wollte», fährt Tanner fort. Finanzielle Gründe veranlassten ihn, eine Assistenzstelle bei Niggi Weiss anzunehmen und sich mit Parasitenwürmern zu beschäftigen. Seine Forschungen führten ihn dann nach Kamerun, wo er mit den harten Bedingungen von Menschen konfrontiert wurde, die mit Flussblindheit und anderen Erkrankungen leben.
Öffentliche Gesundheit
Bei der Zusammenarbeit mit mobilen chirurgischen Teams, die mit Würmern infizierte Knoten entfernten, konnte Tanner aus erster Hand die allgemeinen Gesundheitsprobleme dieser Patientinnen und Patienten sowie ihrer Gemeinden erleben. Eine Erfahrung, die sich als einschneidend erwies: Tanner erkannte, dass die Gemeinden auch unter vielen anderen Gesundheitsproblemen litten.
Krankheiten wie Lungenentzündung, Malaria und chronische Erkrankungen grassierten, und sein begrenztes Arbeitsgebiet erschien ihm in zunehmendem Masse als unzureichend. «Die Besuche in diesen Dörfern hinterliessen bei mir einen prägenden Eindruck. Diese Menschen kamen zu uns, um sich die Knoten entfernen zu lassen. Aber sie hatten noch viele andere gesundheitliche Probleme. Wir konnten jedoch nichts tun, wir waren nur wegen dieser Würmer gekommen. Und an diesem Punkt sagte ich mir: ‹Das ist nicht das, was ich tun will›», fügt Tanner hinzu.
«Der ausschlaggebende Punkt für mich war, bei den Menschen zu sein und ihre Bedürfnisse wirklich zu verstehen.»
Marcel Tanner

Damals entschied er sich, mit der ganzen Familie nach Tansania zu ziehen und im Feldlabor des Schweizerischen Tropeninstituts zu arbeiten. «Der ausschlaggebende Punkt für mich war, bei den Menschen zu sein und ihre Bedürfnisse wirklich zu verstehen», so Tanner. Während seines vierjährigen Aufenthalts in Tansania erweiterte Tanner den Aufgabenbereich des Forschungszentrums und baute es zum Tansanian Ifakara Health Institute (IHI) aus, das zu einem unabhängigen, von Tansaniern geführten Trust wurde und heute eine national und international anerkannte Forschungs- und Ressourcenplattform für das Gesundheitssystem des Landes ist. Ein Nature-Bericht aus dem Jahr 2011 bezeichnete das IHI als «die Perle der Gesundheitsforschung in Afrika». Sein Aufenthalt half ihm auch bei der Ausgestaltung einer auf Zusammenarbeit fussenden Arbeitsphilosophie: eine Partnerschaft des gegenseitigen Lernens für den Wandel.
Marcel Tanner ist weltweit gereist und hat mit einigen der einflussreichsten Persönlichkeiten auf diesem Gebiet zusammengearbeitet, darunter Bill Gates.

Er erkannte, dass Gesundheitsmassnahmen nicht nur medizinische Lösungen, sondern auch die Akzeptanz und Zusammenarbeit in den Gemeinden erforderten, wenn sie wirklich Wirkung zeigen sollten. Diese Philosophie führte ihn später dazu, am Schweizerischen Tropen- und Public Health-Institut, das er von 1997 bis 2015 leitete, ein neues Leitbild zu etablieren.
Die Erweiterung der Institutsidee um «Public Health» entstand während seiner Amtszeit – eine Leistung, auf die er nicht nur stolz ist, sondern die zutiefst sein Engagement für das Thema und seine Arbeitsethik widerspiegelt, die auf partnerschaftlichen Grundsätzen beruht und darauf abzielt, sich von allen bevormundenden Elementen zu befreien, die mit den frühen, meist philanthropischen und karitativen Bemühungen auf diesem Gebiet einhergingen.
Marcel Tanners Forschung spielt eine zentrale Rolle im globalen Vorstoß zur Ausrottung von Malaria.





Eine Gesundheitsfachkraft besucht ein abgelegenes Dorf im ländlichen Ghana.
Kinder gehören zu den am stärksten von Malaria betroffenen Patientengruppen.
Eine Pflegefachkraft versorgt einen Patienten mit Malaria.
Der Aufbau wissenschaftlicher Kapazitäten spielt eine zentrale Rolle bei der Bekämpfung von Malaria in Afrika.
Das Verständnis der zugrunde liegenden Wissenschaft und des Krankheitsvektors ist entscheidend.
Voneinander lernen für den Wandel
Tanner konnte das Ifakara-Forschungszentrum, das heute rund 700 Mitarbeitende mit über 200 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus Afrika beschäftigt, deutlich vergrössern. Sein wichtigstes Vermächtnis ist jedoch die Kultur der Zusammenarbeit.
Von Anfang an, so Tanners Überzeugung, sei es entscheidend, die Arbeit kollaborativ anzugehen und nicht nur die Aufgaben geografisch zu verteilen. Auch wenn bestimmte Aktivitäten möglicherweise in separaten Labors durchgeführt werden müssen, gehe es im Wesentlichen darum, gemeinsam Ziele zu definieren und auf eine Art und Weise zusammenzuarbeiten, die das gegenseitige Lernen fördert und Veränderungen vorantreibt.
«Bei diesem Grundsatz, den ich später als Eckpfeiler des Schweizerischen Tropen- und Public Health-Instituts festgelegt habe, geht es nicht darum, nur oberflächlich zu helfen oder zusammenzuarbeiten. Vielmehr liegt der Fokus auf einem wechselseitigen Lernprozess in der Wissenschaft, der zu einer echten Transformation führt», so Tanner.
«Entscheidend ist nicht so sehr, wie viel jeder Einzelne beiträgt, sondern dass wir am selben Strang ziehen und dafür sorgen, dass unsere Gespräche zu greifbaren Veränderungen führen. Dieser Gedanke des gegenseitigen Lernens, um Veränderungen anzuregen, ist neben der Pflege starker Partnerschaften seit jeher integraler Bestandteil der Strategie unseres Instituts», ergänzt er.
Ähnlich gestaltete er auch sein Familienleben, was nicht immer einfach war, da er während seiner Karriere oftmals umziehen musste: «Es ist faszinierend, wie sich die Zusammenarbeit bis ins Familienleben erstreckt. Am 21. Mai 2023 feierte ich mit meiner Frau Suzanne den 50. Hochzeitstag. Während unserer gesamten Ehe haben wir unsere Verpflichtungen reibungslos gemeistert, nicht nach strengen Rollen oder Zeitplänen, sondern indem wir auf natürliche Weise Wege gefunden haben, zusammenzuarbeiten, auch mit unseren drei Kindern, sagt Tanner.
«Das Leben auf der ganzen Welt – in Afrika, England und Australien – hat uns gelehrt, wie wertvoll es ist, Herausforderungen zusammen zu meistern. Wir hielten uns nicht an starre Regeln, wie beispielsweise die abwechselnde Betreuung der Kinder zu festen Zeiten, sondern stellten uns gemeinsam auf jede neue Situation ein. So konnten wir nicht nur die unterschiedlichsten Herausforderungen bewältigen, sondern auch das tun, was uns Freude macht. Ich kann zwar keine detaillierte Analyse unserer Methoden vorweisen, aber bei unserem Weg ging es stets darum, Hindernisse gemeinsam zu überwinden, und das war entscheidend für unser Glück und unseren Erfolg als Familie», erklärt Tanner.
Die Freude am Handeln
Diese Arbeitsethik verhalf dem Schweizerischen Tropen- und Public Health-Institut nicht nur zu einer starken Identität, sondern ermöglichte es dem Institut auch, einen substanziellen Beitrag zur globalen Gesundheit zu leisten. Besonders hervorzuheben ist die Arbeit zum Thema Malaria, wo das Institut neue Erkenntnisse zur Übertragung der Krankheit und zu Bekämpfungsstrategien erarbeitet hat. Seine Bemühungen waren entscheidend für die Gestaltung von Kontroll- und Präventionsmassnahmen zum Wohl der von der Krankheit betroffenen Regionen.
Darüber hinaus hat sich das Schweizerische Tropen- und Public Health-Institut bei der Verbesserung des Krankheitsmanagements und der Public-Health-Strategien hervorgetan, insbesondere in Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen. Ein weiterer wichtiger Baustein des Instituts ist die Aus- und Weiterbildung mit umfangreichen Programmen für den Nachwuchs im Gesundheitswesen.
Unter Tanners Leitung wuchs das Institut von einem bescheidenen Team von 80 Personen zu einer lebendigen Gemeinschaft von 754 Personen aus 62 Nationen, als er in den Ruhestand ging. Seine Vision war klar: Die Förderung eines Umfelds der multikulturellen und transkulturellen Zusammenarbeit, das die traditionellen Barrieren zwischen dem globalen Norden und Süden überwindet. Schulungen und der Aufbau von Kapazitäten waren fester Bestandteil seines Konzepts und betonten die Bedeutung des Wissensaustauschs und der Befähigung der Gemeinden auf allen Ebenen.
Für Tanner, der auch heute noch in vielen Gremien aktiv ist und während der Coronapandemie ein führendes Mitglied der Swiss Science Task Force war, ist Arbeit eng mit Freude verbunden – eine Leichtigkeit, die er schon als Kind erlebte, als er mit seinem Grossvater durch Wiesen und Wälder streifte oder als sein Vater ihn zu inspirierenden Orten wie dem Café Tropic nach Basel mitnahm.
«Die drei Freuden, die mich durchs Leben geleitet haben, bilden ein Dreieck der Erfüllung: die von Neugier getriebene Entdeckerfreude, die Freude am Teilen, die den Wert des Zusammenlebens gegenüber dem Einzelgängertum unterstreicht, und die Freude, Entdeckungen in die Tat umzusetzen und sie nicht nur theoretisch, sondern praktisch anwendbar zu machen.»
Marcel Tanner

«Die drei Freuden, die mich durchs Leben geleitet haben, bilden ein Dreieck der Erfüllung: die von Neugier getriebene Entdeckerfreude, die Freude am Teilen, die den Wert des Zusammenlebens gegenüber dem Einzelgängertum unterstreicht, und die Freude, Entdeckungen in die Tat umzusetzen und sie nicht nur theoretisch, sondern praktisch anwendbar zu machen», erklärt Tanner.
Das Teilen von Entdeckungen ist nicht nur bereichernd, sondern auch wichtig, denn es fördert Interaktion und Feedback. «Das hat mich sowohl in meiner Lehrtätigkeit als auch in meinem öffentlichen Wirken mit der damit einhergehenden politischen Dimension besonders motiviert. Dieser Ansatz unterscheidet meine Arbeit am Schweizerischen Tropen- und Public Health-Institut von der traditionellen akademischen Landschaft, wo Forschung, Lehrtätigkeit und Ausbildung im Vordergrund stehen und oft nur ein Bruchteil der wissenschaftlichen Empfehlungen praxisrelevant ist. Dies unterstreicht, wie wichtig es ist, aktiv an der Umsetzung unserer Erkenntnisse mitzuwirken.» Marcel Tanners Tun dürfte auch in Zukunft noch Wirkung zeigen.


