Nahaufnahme eines Triple-Quadrupol-Massenspektrometers.
In einer perfekten Welt würden Arzneimittelrückstände gar nicht erst in die Umwelt gelangen. Die Patienten würden die Medikamente anwenden und die pharmakologische Wirksamkeit verschwände zeitgleich mit der Erkrankung. Doch so einfach ist es leider nicht. Auch bei korrekter Anwendung können Arzneimittelrückstände in die Umwelt gelangen, genauso wie durch Missbrauch, unsachgemässe Entsorgung und aufgrund technischer Grenzen der Abwasserreinigungsanlagen.
Erstmalig fand die Thematik in den 1990er-Jahren öffentliche Beachtung, als Tierärzte in Indien zur Behandlung von Rindern ein weitverbreitetes Schmerzmittel einsetzten. Da man in Indien kein Rindfleisch isst, wurden verendete Rinder üblicherweise den Geiern überlassen. Die für Menschen und Rinder harmlosen Spuren des Wirkstoffs erwiesen sich für die Vögel aber als tödlich, und die Geierpopulation im Land wurde deutlich dezimiert.
«Früher dachte man einfach gar nicht an Mikroverunreinigungen», so Jutta Hellstern, Head Water Resources. Sie leitet bei Novartis mehrere Initiativen zum Umgang mit Arzneimittelrückständen in der Umwelt. «Doch mittlerweile gilt den Auswirkungen auf Nichtzielorganismen wie Fische und Algen ein wachsendes Interesse. Zudem sorgen sich die Menschen auch um das Trinkwasser.»
In den vergangenen Jahrzehnten haben Aufsichtsbehörden und Wissenschaftler Rückstände von Verhütungsmitteln, Antidepressiva und Antibiotika in öffentlichen Abwässern und Gewässern aufgespürt. Das Ausmass des Problems ist jedoch noch nicht ganz klar, und entsprechende Vorschriften gibt es nur wenige. Verschiedene Initiativen wie etwa die EU-Wasserrahmenrichtlinie sind damit befasst, weitere Informationen über den Umfang und die Auswirkungen von Arzneimittelrückständen in der Umwelt zu sammeln und erstmals auch mögliche Lösungen zu erkunden.
Um Rückstände pharmazeutischer Wirkstoffe in der Umwelt zu minimieren, hat Novartis für jeden Schritt ihrer Wertschöpfungskette noch strengere Umweltschutzvorschriften festgelegt. Darüber hinaus beteiligt sich Novartis am ehrgeizigen Public-Private-Partnership-Projekt «Prioritisation and Risk Evaluation of Medicines in the EnviRonment» (PREMIER), das sich mit der Priorisierung und Risikobewertung von Arzneimittelrückständen in der Umwelt beschäftigt. Ziel des Projekts ist es, dieses Fachgebiet besser zu verstehen und nach Tools zu suchen, mit denen bereits bei der Entwicklung neuer pharmazeutischer Wirkstoffe auf deren Umweltfreundlichkeit geachtet werden kann.









