Bauarbeiter errichten das Fundament für eine Windkraftanlage im Windpark Santa Rita East.
Publiziert am 01/09/2020
Im Jahr 2015, als Mark Scoffin und David Reilly, der damalige Energiemanager von Novartis für die USA, auf den Plan gerufen wurden, bestand dringender Handlungsbedarf. «Um unsere Umweltschutzziele für 2020 einhalten zu können, benötigten wir einen umfangreichen Vertrag über die Beschaffung von erneuerbaren Energien», erinnert sich Scoffin, der heute die Abteilung Utilities Procurement von Novartis leitet. «Wir hatten zwar schon zuvor eine Reihe kleinerer Verträge abgeschlossen, doch uns fehlte ein grosses Projekt, um unsere Zielvorgaben schnell zu erreichen.»
Bei der Suche nach geeigneten Projekten kamen dem Team zwei Faktoren zupass: eine interne Umstrukturierung, durch die Prozesse beschleunigt werden konnten, und der Eintritt von James Goudreau in das Unternehmen, der umfangreiche Erfahrung mit grossen Energieverträgen mitbrachte. Das Team hatte Goudreau, der zuvor bei der US-Marine beschäftigt war, eigens berufen, um die Klimaschutzmassnahmen und die entsprechende Strategie als Head of Climate zu leiten. Mit dieser neu geschaffenen Position war es möglich, die Umweltschutzbemühungen des Unternehmens auf ganzheitliche Weise zu koordinieren.
«Nachdem wir zur Mithilfe bei der Suche nach einem geeigneten Deal eine Agentur eingeschaltet hatten, sichteten wir rund 150 verschiedene Projekte in den USA», so Scoffin. «Sie wurden alle anhand vorab definierter Kriterien evaluiert. Fünf Projekte nahm das Team in die engere Wahl, von denen am Ende nur noch zwei übrigblieben.» Zu dieser Zeit gehörte auch James Goudreau bereits dem Team an. Er spielte bei der Auswahl eines geeigneten Anbieters eine wichtige Rolle.
Im September 2017 konnte das Team einen sogenannten virtuellen Stromabnahmevertrag (VPPA) mit Invenergy abschliessen, dem grössten unabhängigen Privatanbieter für erneuerbare Energien in Nordamerika. Im Rahmen des Vertrags erhielt Novartis Zertifikate für erneuerbare Energien, die es dem Unternehmen ermöglichen, seine jährlichen Treibhausgasemissionen um mehr als 220 000 Tonnen zu reduzieren. Damit verbesserte sich die CO₂-Bilanz des Pharmaunternehmens auf einen Schlag entscheidend.
Der Umfang des Vertrags und die Geschwindigkeit des Abschlusses wurden nicht zuletzt dank einer bereits einige Jahre zuvor eingeläuteten Umstrukturierung möglich. Seinerzeit wurden Novartis Business Services (NBS) sowie Novartis Technical Operations (NTO) in separate globale Einheiten aufgeteilt. In der Vergangenheit hatte Novartis den Niederlassungen in den einzelnen Ländern viel Freiraum gewährt. Ab 2014 begann man jedoch, die Divisionen stärker zu globalisieren, um bei grossen und komplexen Geschäftsabschlüssen gezielter handeln zu können.
«Als ich zum Unternehmen kam, hatten wir für den Zeitraum nach 2020 bereits ehrgeizigere Zielvorgaben im Blick. Uns war klar, dass wir von kleineren, weniger stark koordinierten lokalen Massnahmen abkommen und unsere Nachhaltigkeitsziele stattdessen über ambitiöse Grossprojekte erreichen mussten», erläutert Goudreau. «Die Einrichtung von NBS eröffnete die Chance, diese Ziele effizient umzusetzen, statt erst mit den Leitern von sieben unterschiedlichen Divisionen zu verhandeln.»
In Zusammenarbeit mit NTO beseitigte NBS Hindernisse und ermöglichte dem Team von Scoffin und Goudreau, ihre ehrgeizigen Vorschläge zu verwirklichen.





