Neue Weichenstellung
In Europa und weltweit
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      Mit Rückenwind

      2017 schloss Novartis ihren ersten grossen Windenergievertrag ab. Dieser ermöglicht es dem Unternehmen, die CO₂-Emissionen für das gesamte Stromvolumen auszugleichen, das für die Betriebstätigkeit in den USA und in Kanada beschafft wird. Novartis beabsichtigt, auch die CO₂-Emissionen aufgrund der Geschäftstätigkeit in Europa entscheidend zu senken. Die Zulieferer sollen ebenfalls in die Umweltschutzmassnahmen eingebunden werden.

      Text von K.E.D. Coan und Goran Mijuk

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      Bauarbeiter errichten das Fundament für eine Windkraftanlage im Windpark Santa Rita East.

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      arrow-rightIn Europa und weltweit

      Publiziert am 01/09/2020

      Im Jahr 2015, als Mark Scoffin und David Reilly, der damalige Energiemanager von Novartis für die USA, auf den Plan gerufen wurden, bestand dringender Handlungsbedarf. «Um unsere Umweltschutzziele für 2020 einhalten zu können, benötigten wir einen umfangreichen Vertrag über die Beschaffung von erneuerbaren Energien», erinnert sich Scoffin, der heute die Abteilung Utilities Procurement von Novartis leitet. «Wir hatten zwar schon zuvor eine Reihe kleinerer Verträge abgeschlossen, doch uns fehlte ein grosses Projekt, um unsere Zielvorgaben schnell zu erreichen.» 

      Bei der Suche nach geeigneten Projekten kamen dem Team zwei Faktoren zupass: eine interne Umstrukturierung, durch die Prozesse beschleunigt werden konnten, und der Eintritt von James Goudreau in das Unternehmen, der umfangreiche Erfahrung mit grossen Energieverträgen mitbrachte. Das Team hatte Goudreau, der zuvor bei der US-Marine beschäftigt war, eigens berufen, um die Klimaschutzmassnahmen und die entsprechende Strategie als Head of Climate zu leiten. Mit dieser neu geschaffenen Position war es möglich, die Umweltschutzbemühungen des Unternehmens auf ganzheitliche Weise zu koordinieren. 

      «Nachdem wir zur Mithilfe bei der Suche nach einem geeigneten Deal eine Agentur eingeschaltet hatten, sichteten wir rund 150 verschiedene Projekte in den USA», so Scoffin. «Sie wurden alle anhand vorab definierter Kriterien evaluiert. Fünf Projekte nahm das Team in die engere Wahl, von denen am Ende nur noch zwei übrigblieben.» Zu dieser Zeit gehörte auch James Goudreau bereits dem Team an. Er spielte bei der Auswahl eines geeigneten Anbieters eine wichtige Rolle. 

      Im September 2017 konnte das Team einen sogenannten virtuellen Stromabnahmevertrag (VPPA) mit Invenergy abschliessen, dem grössten unabhängigen Privatanbieter für erneuerbare Energien in Nordamerika. Im Rahmen des Vertrags erhielt Novartis Zertifikate für erneuerbare Energien, die es dem Unternehmen ermöglichen, seine jährlichen Treibhausgasemissionen um mehr als 220 000 Tonnen zu reduzieren. Damit verbesserte sich die CO₂-Bilanz des Pharmaunternehmens auf einen Schlag entscheidend.

      Der Umfang des Vertrags und die Geschwindigkeit des Abschlusses wurden nicht zuletzt dank einer bereits einige Jahre zuvor eingeläuteten Umstrukturierung möglich. Seinerzeit wurden Novartis Business Services (NBS) sowie Novartis Technical Operations (NTO) in separate globale Einheiten aufgeteilt. In der Vergangenheit hatte Novartis den Niederlassungen in den einzelnen Ländern viel Freiraum gewährt. Ab 2014 begann man jedoch, die Divisionen stärker zu globalisieren, um bei grossen und komplexen Geschäftsabschlüssen gezielter handeln zu können.

      «Als ich zum Unternehmen kam, hatten wir für den Zeitraum nach 2020 bereits ehrgeizigere Zielvorgaben im Blick. Uns war klar, dass wir von kleineren, weniger stark koordinierten lokalen Massnahmen abkommen und unsere Nachhaltigkeitsziele stattdessen über ambitiöse Grossprojekte erreichen mussten», erläutert Goudreau. «Die Einrichtung von NBS eröffnete die Chance, diese Ziele effizient umzusetzen, statt erst mit den Leitern von sieben unterschiedlichen Divisionen zu verhandeln.»

      In Zusammenarbeit mit NTO beseitigte NBS Hindernisse und ermöglichte dem Team von Scoffin und Goudreau, ihre ehrgeizigen Vorschläge zu verwirklichen.

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      Teile einer Windkraftanlage, die für die Installation bereitstehen.

      Neue Wei­chen­stel­lung

      Vor Goudreaus Eintritt ins Unternehmen hatten Scoffin und seine Mitarbeitenden bereits beschlossen, ein VPPA sei die beste Möglichkeit, ihre Zielvorgaben zu erreichen. Solch komplexe Abnahmeverträge erlauben einem Unternehmen, den Bau und die Instandhaltung von Kraftwerken zu fördern, die nachhaltig Energie produzieren. Sie sichern dem Anbieter über eine bestimmte Laufzeit einen garantierten Abnahmepreis zu. 

      Dies ist insbesondere in den USA, wo in den vergangenen Jahren der Markt für erneuerbare Energieträger stark gewachsen ist, ein immer erfolgreicheres und mittlerweile etabliertes Modell zur Förderung einer umweltfreundlichen Energieversorgung. Nach einem Jahr waren Strategie und Vorgehen fertig ausgearbeitet und das Team war für den nächsten Schritt bereit. Es fehlte jedoch noch jemand, der Erfahrung mit der Gestaltung eines solch umfangreichen Vertrags mitbrachte. 

      «Dass Novartis einen virtuellen Stromabnahmevertrag abschliessen müsse, war beim Vorstellungsgespräch das zentrale Thema», so Goudreau. «Als ich die US-Marine verliess, waren wir gerade damit beschäftigt, die Beschaffungskette für verschiedene Stützpunkte der Marine und des Marine Corps in aller Welt um 1,2 Gigawatt Produktionskapazität zu erweitern. Ich kannte mich also mit der Gestaltung von VPPAs aus.»

      Mit Goudreau im Team begann man, die 149 von der Beschaffungsagentur zusammengetragenen Projektvorschläge zu sichten. Dazu zählten Vor-Ort- und externe Lösungen sowie unterschiedliche erneuerbare Energiequellen wie Sonnenenergie und Windkraft. Das Team musste alle Anforderungen und Kriterien von Novartis berücksichtigen, weshalb es ein ganzes weiteres Jahr in Anspruch nahm, die Liste mit Vorschlägen abzuarbeiten. Einer der Energietypen nahm jedoch von Anfang an eine Sonderstellung ein. 

      «Wir erkannten sehr bald, dass die schnellste und einfachste Lösung ein landesweites Windenergieabkommen war», erläutert Scoffin. «Windparks waren zu diesem Zeitpunkt die vorherrschende und am weitesten entwickelte Option in den USA.»

      2018 verkündete Novartis den Abschluss des virtuellen Stromabnahmevertrags mit Invenergy. Laut Vertrag werden in einem Windpark mit rund 120 Windkraftanlagen in Texas 100 Megawatt Energie aus erneuerbaren Energiequellen erzeugt. Für die gesamte dort in den nächsten 12 Jahren erzeugte Elektrizität werden Zertifikate für erneuerbare Energien ausgestellt. Invenergy hatte bereits zuvor mit über einem Dutzend Konzernen wie MGM, Merck und Facebook kooperiert. Das Unternehmen ist hervorragend positioniert, wenn es darum geht, kreative Lösungen für Unternehmenskunden zu finden. 

      «Bis virtuelle Stromabnahmeverträge auf den Markt kamen, hatten Unternehmen die Möglichkeit, Zertifikate für erneuerbare Energie zu kaufen, um ihre Energievorgaben einzuhalten. Sie konnten jedoch nicht immer sicher sein, welche Art von Projekten sie damit unterstützten», so Chris Orzel, Director Origination bei Invenergy. «Jetzt können unsere Unternehmenspartner direkt zum Bau neuer Windparks oder anderer Kraftwerke für erneuerbare Energien beitragen. Die Einführung von virtuellen Stromabnahmeverträgen ermöglicht es Unternehmen wie Novartis, die Realisierung solcher Projekte zu unterstützen.»

      Der Windpark Santa Rita East wurde 2019 in Betrieb genommen. Im ersten Quartal 2020 sanken die CO₂-Emissionen dank der Investitionen von Novartis um mehr als 69 000 Tonnen.

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      Der Onshore-Windpark Santa Rita East mit einer Leistung von 302 Megawatt besteht aus 120 Windrädern.

      In Eu­ro­pa und welt­weit

      Nach der erfolgreichen Realisierung eines virtuellen Stromabnahmevertrags wendet sich das Team nun den Nachhaltigkeitszielen von Novartis in Europa zu. Wie in den USA war auch hier der erste Schritt eine monatelange Suche nach einer neuen Beschaffungsagentur. Eine solche braucht es, um die regionalen Energiemärkte in Europa verstehen und analysieren zu können. Nun verfolgt man mit dem nächsten VPPA ambitionierte Pläne. 

      «Noch vor einem Jahr waren wir uns nicht einmal sicher, ob der Abschluss eines Stromabnahmevertrags in Europa überhaupt möglich ist», so Scoffin. «Der von uns jetzt geplante Vertrag wird der bei Weitem umfangreichste virtuelle Stromabnahmevertrag des Unternehmens in Europa sein.»

      Die Kompensation für die US-amerikanischen und europäischen Betriebsstätten von Novartis ist ein weiterer wichtiger Schritt hin zum übergeordneten Ziel des Unternehmens, in seinen eigenen Betriebsstätten bis 2025 CO₂-neutral zu operieren. Darüber hinaus legen Goudreau und Scoffin auch das Fundament der Zielvorgabe von Novartis für das Jahr 2030, die CO₂-Bilanz aller Betriebsstätten um die Hälfte zu verringern. 

      In diese Vorgabe werden über 130 000 externe Zulieferer von Novartis einbezogen. Mehr als 80 Prozent der gesamten CO₂-Bilanz von Novartis stammt von unabhängigen Zulieferern aus aller Welt, die wichtige Waren und Dienstleistungen wie etwa Transport, Verpackung und pharmazeutische Wirkstoffe bereitstellen. Nach Abschluss des virtuellen Stromabnahmevertrags in Europa besteht das nächste Ziel darin, bei möglichst vielen dieser Partner nachhaltige Lösungen einzuführen. 

      «Wir planen, in einer nächsten Runde weitere VPPAs in Europa und den USA abzuschliessen. Solche Verträge werden unseren Hauptzulieferern durch die geballte Nachfragemacht die Möglichkeit bieten, Hindernisse bei der Beschaffung von erneuerbaren Energien aus dem Weg zu räumen», so Goudreau. «Kein anderes Unternehmen, weder aus der Pharmabranche noch aus anderen Sektoren, hat bisher Vergleichbares unternommen. Für uns ist dies jedoch das nächste Ziel.»

      Partnerschaften für die Nachhaltigkeit

      Dieses Projekt ist zwar noch nicht abgeschlossen, zeigt jedoch auf vielfältige Weise die sich schnell wandelnde Unternehmenskultur von Novartis: Das Unternehmen achtet mehr und mehr auf die durch die Geschäftstätigkeit verursachte Umweltbelastung und die gesamtgesellschaftlichen Auswirkungen. Teil dieser Bemühungen sind einerseits umfassende Verträge, andererseits aber auch gesellschaftliches Engagement.

      Mitarbeitende von Novartis haben sich vor Kurzem mit einer Umfrage an alle Zulieferer in Indien gewandt, um besser nachvollziehen zu können, welche Hindernisse der Anwendung nachhaltiger Lösungen im Weg stehen. Wichtige Zulieferer wurden zu einem Workshop eingeladen, bei dem unterschiedliche Optionen für erneuerbare Energien vorgestellt wurden. Nun wird nach Modellen gesucht, die Novartis bei der Kooperation mit Zulieferern nutzen kann, um den Zugriff auf diese Lösungen zu vereinfachen. 

      Auf lokaler Ebene ist Novartis 2019 dem Environmental League of Massachusetts Corporate Council beigetreten, einer Allianz von führenden Umweltschutzorganisationen und rund 25 Unternehmenspartnern aus dem US-Bundesstaat Massachusetts. Die Organisation setzt sich dafür ein, Umweltschutzmassnahmen und -strategien in Massachusetts und in den gesamten USA kontinuierlich zu verbessern. Dazu zählt unter anderem auch die Lobbyarbeit für ein neues Gesetz in Massachusetts, das die Emissionen bis zum Jahr 2050 netto auf null senken soll. Zudem werden Klimaschutzgesetze für den Personenverkehr und für eine bessere Klimaresistenz gefördert. Darüber hinaus ist Novartis Unterzeichnerin der Initiative Science Based Targets, einer Kooperation des United Nations Global Compact, des World Resources Institute und des World Wide Funds for Nature. 

      «Der Klimawandel wirkt sich tagtäglich auf uns als Unternehmen, auf unsere Patienten und auf die Städte und Gemeinden aus, in denen unsere Mitarbeitenden leben. Als Unternehmen, das Wert auf gesellschaftliches Engagement legt, ist sich Novartis ihrer Verantwortung gegenüber Patienten, Aktionären und der Weltgemeinschaft bewusst, durch die Förderung erneuerbarer Energien zur nachhaltigen Entwicklung beizutragen», so Goudreau. «Unsere Mission bei Novartis ist es, neue Wege zu gehen und zu erforschen, wie sich die Lebensqualität der Menschen verbessern und das Leben verlängern lässt. Dazu zählt auch unser Beitrag zur Bekämpfung des Klimawandels.»

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