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Editorial für live N° 18 | Travels in medicine.
«Behind the Science»
Editorial für live N° 18 | Travels in medicine.
Von Nelly Riggenbach, Director for Brand Experience at Novartis. Foto von Roland Schmid.
Liebe Leserinnen und Leser
Als Novartis vor rund zehn Jahren damit begann, sich mit der Möglichkeit eines Ausstellungsraums auseinanderzusetzen, sollte ursprünglich ein unternehmensweites Lernzentrum errichtet werden, um den Mitarbeitenden dabei zu helfen, die vielfältigen globalen Aktivitäten des Unternehmens besser zu verstehen. Im Lauf der Projektentwicklung weiteten sich Umfang und Relevanz des Ausstellungskonzepts aus und spiegelten auch den gesellschaftlichen und technologischen Wandel wider.
2024 können wir rückblickend sagen, dass unsere Erwartungen weit übertroffen wurden: Wir haben nicht nur einen Ausstellungs- und Begegnungsraum für die Öffentlichkeit gebaut, sondern konnten seit der Eröffnung des Pavillons im Jahr 2022 mehr als 200 000 Besucherinnen und Besucher anziehen und unsere Gäste dazu einladen, im Rahmen unserer Diskussionsreihe «Behind the Science» mehr über die Pharmabranche zu erfahren und relevante Themen der Gesundheitsfürsorge zu diskutieren.
Als Pharmaunternehmen mit Sitz in Basel waren wir uns des öffentlichen Interesses am Pavillon, aber auch der wiederkehrenden Kritik bewusst, die wir als grosses Unternehmen im Bereich der Gesundheitsfürsorge aufgrund der Breite unseres Geschäfts und seiner vielen Berührungspunkte mit der Gesellschaft hervorrufen können. Wir erwarteten also beides.
Das bisherige Interesse zeigt nun, dass unser Bestreben, einen Raum zu schaffen, der den Dialog mit der Gesellschaft fördert und eine Kultur des Austauschs und der Zusammenarbeit fördert, ein tief verwurzeltes Bedürfnis befriedigt. Ein wesentlicher Bestandteil unserer Bemühungen liegt ja auch darin, das Vertrauen der Gesellschaft zu stärken und von der Öffentlichkeit zu lernen. Dies ist der eigentliche Grund, weshalb wir den Pavillon gebaut haben.
Seine kreisrunde Form und die Multimedia-Fassade haben in Basel zweifellos Aufsehen erregt. Doch der Pavillon ist weit mehr als ein architektonisches und künstlerisches Kleinod. Er versinnbildlicht und bestärkt unsere Kultur, die auf Werten wie Qualität, Sorgfalt und Klarheit beruht und von Vielfalt, Respekt, Zusammenarbeit und Offenheit lebt.
Dieselbe Idee hat uns auch dazu bewogen, unseren Campus in Basel für die Öffentlichkeit zugänglich zu machen, damit Besucherinnen und Besucher unseren Hauptsitz hautnah erleben können. Lange Zeit als «verbotene Stadt» kritisiert, ist unser Hauptsitz heute ein fester Bestandteil der Stadt Basel, ganz nach dem ursprünglichen Konzept des italienischen Architekten und Stadtplaners Vittorio Magnago Lampugnani, der den Masterplan für den Campus schuf und das Quartier als eine Art urbanes Kloster des Wissens betrachtete, das tief ins Stadtgefüge eingebettet ist.
Für uns stellen die neuen Kontaktmöglichkeiten mit unseren Gästen und Besucherinnen und Besuchern eine echte Bereicherung dar. Waren die Kommunikation mit der Öffentlichkeit und potenzielle Begegnungen mit Interessenten bisher mit bürokratischem Aufwand und unpersönlichen Kontakten per E-Mail oder Telefon verbunden, gehen wir heute direkt auf die Menschen zu, die sich für unsere Arbeit interessieren.
Inzwischen kommen unsere Mitarbeitenden täglich in Kontakt mit Touristen, Einheimischen, oder mit Architekten und Urban Sketchers, die vom Pavillon und von den Gebäuden im St. Johann fasziniert sind. Der Austausch mit diesen Menschen ist zu unserer neuen Normalität geworden.
Diese Offenheit ist auch Teil eines wichtigen Kulturwandels. Vorbei sind die Zeiten isolierter Konzerne mit der kalten Ästhetik geschlossener Anlagenkomplexe. Wir sind für die Gesellschaft da und sind ein Teil von ihr. Dafür steht der Pavillon, und das möchten wir auch mit der Öffnung des Campus zum Ausdruck bringen.
Nun stellt sich die Frage: Wie geht es weiter? Zwar sind wir von der Akzeptanz des Pavillons in der Öffentlichkeit und dem Interesse am Campus positiv überrascht, aber wir sind uns durchaus bewusst, dass das Aufrechterhalten gesunder Beziehungen zur Öffentlichkeit keine kurzfristige Angelegenheit ist. Wir müssen unsere Bereitschaft zur Zusammenarbeit jeden Tag unter Beweis stellen, nicht nur hier in Basel.
Im Zuge der Stärkung der Zusammenarbeit und der Dialogbereitschaft arbeiten wir auch daran, unsere Ausstellung an andere Standorte von Novartis zu bringen. Wir hoffen, dass das Beispiel des Pavillons dort Nachahmer finden wird. Uns ist klar, dass wir nie perfekt sein werden und dass unsere Bemühungen auch auf Kritik stossen. Doch wir sind für Diskussionen offen und gehen die Sache beherzt an.
Das ist der Kurs, auf dem wir bleiben werden. Es ist der Weg des Lernens, des Wissens und des Fortschritts, den Novartis und ihre Vorgängerunternehmen seit nunmehr 250 Jahren beschreiten. Die folgenden Geschichten erzählen von einigen der Schritte, die wir auf diesem langen Weg unternommen haben und nun gemeinsam mit Ihnen gehen wollen.
Mit der Veröffentlichung „Travels in Medicine“ möchten wir Ihnen einige Geschichten vorstellen, die unseren traditionellen Ansatz der Zusammenarbeit in Wissenschaft und Medizin widerspiegeln, und Ihnen die Schritte zeigen, die wir auf diesem langen Weg unternommen haben, den wir nun gemeinsam mit Ihnen gehen möchten.
Der Pavillon und „Travels in Medicine“ sind eine Einladung zum Dialog und zum Austausch von Ideen, die aus einer zufälligen Begegnung, einem lang gehegten Wunsch oder einem anderen Impuls entstehen können, der unsere Gedanken anregt und unseren Wunsch, die Welt zu verändern, beflügelt.
Ich hoffe, dass sich einige von Ihnen auf dieser Reise mit uns in Verbindung setzen werden, um Ihre Geschichten und Ideen zu teilen, so wie es Katalin Kariko, Marios Psychogios, Simone Ciluffo und viele andere getan haben.
Nelly Riggenbach
Director for Brand Experience at Novartis


